Last minute Flugreisen
Genau wie bei langfristig geplanten Reisen sollte auch bei
kurzfristigen Reiseplanungen, sogenannten "last minute"- Reisen, bei
denen die Zeit bis zur Abreise nur kurz ist, an einen Schutz vor
Infektionskrankheiten im Reiseland gedacht werden.
Kurzfristig durchführbare Impfungen
Die meisten Impfungen können noch bis zum Tag der Abreise durchgeführt
werden, bei Auffrischimpfungen gilt dieses sogar noch für den
Abreisetag selbst. Liegt z.B. die letzte Tetanus- oder
Diphtherieimpfung 10 Jahre oder länger zurück, sollte unbedingt eine
Auffrischung erfolgen. Auch ein abgelaufener Polioschutz sollte bei
Reisen nach Afrika, Asien oder Osteuropa unbedingt erneuert werden.
Eine aktive Hepatitis A - Impfung mit einer vorläufigen Schutzdauer von
einem Jahr kann ebenfalls noch einen Tag vor Abreise verabreicht werden
und entwickelt in der Regel einen für die Dauer der Reise ausreichenden
Schutz. Impfungen gegen Typhus oder Meningokokken-Meningitis brauchen
ca. 10 Tage, bis sie ihren vollständigen Wirkschutz aufgebaut haben.
Bei länger andauernden Reisen in Risikogebiete können diese Impfungen
dennoch sinnvoll sein, auch wenn ihr vollständiger Schutz erst nach 10
Tagen einsetzt.
Impfungen mit zeitlichem Mindestabstand
Leider gibt es jedoch Impfungen, die einen zeitlichen Mindestabstand
zur Abreise verlangen und daher bei "last minute" - Reisen
problematisch sind. Dazu gehören u.a. Gelbfieber (einmalige Impfung
spätestens 10 Tage vor Einreise in ein Gelbfiebergebiet), Hepatitis A +
B kombiniert , Hepatitis B , Japanische Enzephalitis und Tollwut . Hier
sind mindestens drei Wochen vor Abreise drei Injektionen für einen
ausreichenden Schutz notwendig.
Nachteile bei kurzfristig durchgeführten Impfungen
Nachteile einer kurzfristig vor Abreise durchgeführten Impfung können
durch Nebenwirkungen entstehen. Daher empfiehlt es sich, die Impfungen
mindestens vier Wochen vor Abreise durchzuführen. Ernsthafte
Nebenwirkungen sind ausgesprochen selten und treten meist während oder
kurz nach der erfolgten Impfung auf. Die häufigsten Beschwerden, die
nach Impfungen auftreten können, sind grippe-ähnlich. Diese klingen
jedoch in der Regel nach ungefähr drei Tagen ab, wenn sie überhaupt
auftreten.
Optimal ist es, Impfungen nicht unter Zeitdruck vorzunehmen, um keinen
unnötigen Reisestreß aufkommen zu lassen und damit mögliche
Nebenwirkungen nicht in die Reisezeit fallen. Dieses ist bei "last
minute" – Reisen sicherlich nicht immer möglich. Dennoch sollte vor
jeder Reise stets eine Nutzen-Risiko-Abwägung durchgeführt werden, in
der gemeinsam mit dem Arzt der Nutzen der Impfung gegen ein mögliches
Krankheitsrisiko im Reiseland abgewogen wird.
|