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Ebola-Virus-Erkrankung bei Reisen |
Ebola-Virus-Erkrankung bei Reisen
Die Hämorrhagischen Fieber des Menschen (z.B. Gelbfieber, Denguefieber,
Marburgvirusfieber, und Ebolafieber) gehören zu den schwersten
Infektionskrankheiten. Nur gegen Gelbfieber kann bisher vorbeugend
geimpft werden.
Bei allen hämorrhagischen Fiebern kommt zumindest bei schweren
Krankheitsverläufen zu einer deutlichen Blutungsneigung, die sich an
Schleimhäuten des Auges, im Mund und im Magen-Darm-Trakt, aber auch an
anderen Organen des Körpers zeigen kann.
Die Infektion
Das Ebola-Fieber wurde zum ersten Mal als Epidemie in den 70er Jahren
im damaligen Zaire ( Demokratische Republik Kongo) und im Südsudan
untersucht und beschrieben. Es wird durch ein fadenförmiges Filovirus
verursacht. Vier Virustypen sind bekannt. Zwischen 1976 und 2004 traten
Epidemien im Südsudan, Nord-Uganda, im Nord- und Südwesten der
Demokratischen Republik Kongo, in der Republik Kongo und in Gabun auf.
Einzelfälle wurden aus Nordwestkongo, Kenia und der Elfenbeinküste
berichtet. Insgesamt erkrankten ca. 1900 Menschen an Ebola-Fieber.
wovon etwas mehr als 1200 verstarben.
Der Ebolaerreger wird durch direkten Kontakt mit Ebola-Patienten, deren
Blut, Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen übertragen. Häufig werden
daher zunächst das Pflegepersonal und behandelnde Ärzte infiziert. Eine
Übertragung durch Tröpfcheninfektion beim Menschen scheint wenig
wahrscheinlich. Das natürliche Reservoir des Erregers wird in Tieren
des tropischen Regenwalds Afrikas und Asiens vermutetet, es konnte
jedoch bisher nicht identifiziert werden. Kontakt oder Konsum von
Schimpanzenfleisch spielte bei einzelnen Ausbrüchen eine gewisse Rolle.
Die Verbreitung durch Moskitos gilt als ausgeschlossen.
Das Krankheitsbild
Ebolafieber beginnt nach einer Inkubationszeit von durchschnittlich
einer Woche (5–9 Tagen) mit grippeartigen Beschwerden wie Kopf- und
Muskelschmerzen, anhaltend hohem Fieber, Bindehautentzündung der Augen,
Schleimhautentzündung des Rachens, Übelkeit und Bauchbeschwerden. Ab
dem 5. bis 7. Krankheitstag kommt es bei schwerem Krankheitsgefühl und
Verschlechterung des Allgemeinzustandes zu äußeren und inneren
Blutungen. Bei Fortschreiten tritt der Tod nach etwa 10–14 Tagen im
Herz-Kreislauf- oder Nierenversagen ein. Die Sterblichkeit beträgt
abhängig vom Virustyp 50 – 90 %
Die Diagnose
Sie wird durch ärztliche Untersuchung beim Erkrankten zunächst als
Verdachtsdiagnose "Hämorrhagisches Fieber" gestellt. In spezialisierten
virologischen Labors kann die exakte Virusdiagnose gestellt werden.
Die Therapie
Gegen Ebolaviren gibt es noch keine wirksamen Medikamenten. Den
lebensbedrohlich Erkrankten hilft optimale Pflege und die Behandlung
der Komplikationen mit intensiven medizinischen Maßnahmen.
Schutzmaßnahmen
Bei allen bisherigen Ebola Epidemien hat sich die Verbreitung in der
einheimischen Bevölkerung durch Schutzmaßnahmen gut eindämmen lassen.
Infektionsgefahr besteht nur bei engstem Kontakt mit Kranken, die daher
strikt isoliert werden . Entsprechend muss auch das medizinische
Personal strenge Schutzmaßnahmen beachten (Schutzkleidung, Handschuhe
etc.). Andere Personen, die Kontakte mit möglicherweise Infizierten
haben, müssen jeden ungeschützten Körperkontakt sowie etwa gemeinsame
Benutzung von Gegenständen wie Essbesteck, Trinkgefäßen, Hygieneartikel
etc. vermeiden.
Folgende Maßnahmen werden bei Kontakt mit Erkrankten empfohlen (nach
CDC-Atlanta): * Personen, die engeren Kontakt mit Infizierten hatten,
sollen 2 x täglich Fieber messen und bei Temperaturen über 38,0 Grad
Celsius einen Arzt kontaktieren. * Personen, die engsten Kontakt mit
Infizierten hatten, z.B. durch Küssen, Sexualkontakt, Hautkontakt mit
Sekreten, Stuhl und Urin des Infizierten, gehören unter ärztliche
Überwachung.
Bedeutung von Ebola-Fieber für Reisende
Die bisher bekannten Ebola-Gebiete sind keine Touristenziele. Es
besteht daher für den normalen Afrikareisenden kein Ansteckungsrisiko.
Missionare, Entwicklungshelfer, insbesondere im medizinischen Bereich,
die in obengenannte Regionen gehen, sollten jedoch über die Krankheit
informiert sein. Rückkehrer aus diesen endemischen Gebieten
müssen, insbesondere zu Zeiten eines Ausbruchs, angehalten werden, bei
Auftreten von Fieber nach Rückkehr sofort einen Arzt zu informieren.
Nach allen bisherigen Daten wird eine Epidemie bei vernünftigem
Verhalten und entsprechenden Vorkehrungen für Reisende in der
betroffenen Region keine wirkliche Bedrohung sein. Eine Einschränkung
von Reisetätigkeit muss im Einzelfall geprüft werden.
Die Angaben sind * zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht
und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes * auf längere
Aufenthalte und auf die jeweiligen Hauptstädte zugeschnitten; für
kürzere Reisen und Reisen in andere Gebiete des Landes können
Abweichungen gelten * nicht unabhängig von individuellen Verhältnissen
des Reisenden zu nutzen; vorherige eingehende medizinische Beratung
durch einen Arzt ist unerlässlich * trotz größtmöglicher Bemühungen
nicht unbedingt umfassend, genau und aktuell |