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Durchfall im Urlaub bei Reisen |
Durchfall ist im Urlaub in den Tropen häufig
Er bessert sich meist mit oder ohne
Therapie; und was ein Durchfall ist, weiß jeder; dennoch tun sich
gerade die Fachleute schwer mit einer Definition. Allgemein gilt als
Durchfall, wenn ungeformter oder flüssiger Stuhl öfter als etwa 4 mal
pro Tag abgesetzt wird. Er ist in der Regel dann harmlos,
ð wenn weder Blut noch Schleim im Stuhl zu sehen sind und
ð wenn Fieber, Erbrechen, Schmerzen und Kreislaufstörungen fehlen.
Bei anderen Arten der Erkrankung soll primär ein Arzt entscheiden!
Ursachen für Durchfälle gibt es in großer Zahl. Entsprechend genügt bei
einigen Fällen eine Diätumstellung, andere sind nur mit speziellen
Tabletten (Antibiotika, Parasitenmitteln o.a.) behandelbar; wieder
andere sind auch durch häufige Stuhluntersuchungen nicht klärbar und
bessern sich erst im Urlaub, bei Stellenwechsel oder nach der
Überwindung einer Lebenskrise.
Daher gibt es keine Standardtherapie des Durchfalls!
Vorgehen bei "harmlosen" Symptomen:
1. Wasser- und Salzersatz (= "symptomatische Therapie"):
Bei Durchfallerkrankungen sind die allgemeinen Beschwerden durch die
Verluste von Wasser und Salzen (Elektrolyten) bedingt: alle Organe sind
betroffen! Kraftlosigkeit und Niedergeschlagenheit (d.h. Muskeln und
Psyche) besser sich rasch, wenn man ausreichend viel von einer Lösung
zur "Oralen Rehydration" (ORS) trinkt.
Exaktes Rezept: (Abkürzungen s.u.)
Erwachsene pro 1 l Trinkwasser:
3,5 g NaCl 2,5 g NaHCO³ 1,5 g KCl 20 g Glucose
Kinder pro 1 l Trinkwasser:
2,3 g NaCl 3,3 g NaHCO³ 2,6 g KCl 20 g Glucose
Fertigpräparate sind Variationen der ORS, z.T. mit mehr Zucker und auch
gut wirksam. Sie gehören in jede Haus- und Reiseapotheke. Erwachsene
trinken ¼ l jede Stunde bis zur Besserung. Bei Säuglingen, Kleinkindern
und Nierenkranken muß ein Arzt die Therapie überwachen.
Vorsicht:
G Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit")
G verschiedene Konzentrationen bei den Fertigpräparaten.
Zucker ist für die Aufnahme der Salze im Darm zwar notwendig, zuviel
kann aber Durchfall auslösen.
Zur Not (ohne Apotheke) gibt man "SSS" (Abk. s. u.)
SSS-Rezept: In einem Liter abgekochtes Wasser gibt man:
**Zucker (ca.): 5 gestrichene Eßlöffel
**Kochsalz (ca.): 1,5 gestrichene Teelöffel
**Frucht-(Orangen-)Saft (ca.): 1 Glas (enthält Kalium)
Die Lösung darf nie salziger schmecken als Tränen.
Coca Cola (wenig) ist oft schon bei Kindern und Erwachsenen wirksam
(auf Reisen mitnehmen! Nichts für Säuglinge!).
Ein Meßlöffel für Salz/Zuckerlösung erhältlich über: Institute of Child
Health, 30 Guilford Street, London WCIN, GB;
Verstopfung:
Zeiträume bis zu 3 Tagen ohne Stuhlgang gelten als normal; Bei
"Darmträgheit" hilft schlackenreiche Kost, täglich 1/2 Stunde
Spaziergang, etwas Sport oder Gymnastik, täglich 1 l Wasser mehr (denn
der Flüssigkeitsbedarf liegt meist über der Durstgrenze!). Oft ist der
Stuhl auch zu hart, nur weil zu wenig und in falschem Rhythmus
getrunken wird: nicht stoßweise zu den Mahlzeiten trinken, sondern
stetig über den Tag verteilt; Getränke gehören in den Tropen auch an
den Arbeitsplatz, und nebenbei beugt dies Gallen- und Nierensteinen
vor. Wechsel von Verstopfung und Durchfall kann auch ein Zeichen z.B.
einer Amöbeninfektion sein! Dann - auch bei eigentlich harmlosen
Symptomen - ärztliche Beratung sowie Stuhluntersuchung (auf Amoeben und
Blut im Stuhl!)
Die Angaben sind * zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht
und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes * auf längere
Aufenthalte und auf die jeweiligen Hauptstädte zugeschnitten; für
kürzere Reisen und Reisen in andere Gebiete des Landes können
Abweichungen gelten * nicht unabhängig von individuellen Verhältnissen
des Reisenden zu nutzen; vorherige eingehende medizinische Beratung
durch einen Arzt ist unerlässlich * trotz größtmöglicher Bemühungen
nicht unbedingt umfassend, genau und aktuell |