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Die Hepatitis C bei Urlaubsreisen |
Die Hepatitis C Urlaubsreisen
Die Hepatitis C (infektiöse Gelbsucht vom Virustyp C) ist, wie die
Hepatitis A und B, eine weltweit verbreitete Virusinfektion der Leber
mit ca. 170 Mio. Infizierten. Die Virusinfektion führt zu
Funktionseinschränkungen der Leber. Eine Übertragung ist möglich durch
kontaminiertes Blut, wodurch die Gruppe der i.v. Drogenabhängigen bei
gemeinsamen Gebrauch von Nadeln und Spritzen besonders gefährdet ist.
Eine sexuelle Übertragung ist nicht auszuschließen.
Verletzungsträchtige Sexualpraktiken und eine Co-Infektion mit einer
HIV/AIDS-Infektion scheinen das Ansteckungsrisiko jedoch nachweislich
zu erhöhen. Neben der parenteralen Übertragung ist auch eine
Mutter-Kindübertragung bei hoher Viruskonzentration im Blut der Mutter
möglich. Der genaue Weg der Ansteckung ist bislang jedoch nicht
vollständig geklärt.
Das Krankheitsbild
Nach einer mittleren Inkubationszeit von 2 – 20 Wochen verläuft die
akute Erkrankung meist unbemerkt ähnlich einer Grippeerkrankung. Bei
einem Viertel der Infizierten kann es jedoch zu einer akuten Hepatitis
kommen, die sich aber meist milde, oft ohne Gelbfärbung der Haut und
mit mäßiger Erhöhung der Leberwerte im Blut (Transaminasen) darstellt.
Ein akut aggressiver Verlauf mit starken Allgemeinsymptomen, incl.
Kreislaufproblemen, Übelkeit, Durchfall, allgemeine Schwäche oder auch
psychischen Reaktionen wie bei der Hepatitis B ist äußerst selten.
85 % der Fälle treten jedoch in ein chronisches Infektionsgeschehen
über, welches uncharakteristisch über Jahrzehnte verlaufen kann und
durch Leistungsschwäche, Abgeschlagenheit, unklare abdominelle
Beschwerden, Gelenk- und Nierenentzündungen gekennzeichnet sein kann.
Aus dieser Gruppe der chronisch infizierten entwickeln 20 % eine
Leberzirrhose, welche der Ausgangsbefund für ein späteres – oft erst
mit 60 Jahren - hepatozelluläres Karzinom sein kann. Wie die chronische
Hepatitis B stellt somit auch die chronische Hepatitis C eine
"Präkanzerose" (Krebsauslöser) für den Leberkrebs dar.
Die Diagnose
Zum Beweis einer Hepatitis C gehören Antikörpernachweise im Blut: * Bei
Verdacht auf eine Hepatitis C Infektion zunächst Suchtest auf
Antikörper gegen HCV-Antigene (sog. Anti-HCV – Antikörper). Ein
positiver Ausfall (in der Regel nach 6-8 Wochen zu erwarten) ist durch
spezielle Untersuchungen auf Virusbestandteile im Blut (u.a.
Polymerase-Chain-Reaction PCR) zu bestätigen, was zugleich auch
Messungen der Viruslast im Blut, der Replikaktionsaktivität des Virus,
sowie Aussagen über die Infektiosität des Patienten ermöglicht. * Bei
einem negativen PCR Ergebnis aber positiven Anti - HCV - Antikörpern
sind PCR Kontrollen in 3 – 6 monatlichen Intervallen durchzuführen.
Insbesondere bei nicht eindeutigen Laborbefunden oder niedrigen PCR -
Werten kann letztlich eine Leberbiopsie Auskunft über die Chronizität
der Entzündung geben. * Mütterliche Antikörper gegen Hepatitis C lassen
sich beim Säugling in den ersten 18 Monaten nachweisen, so dass hier
die PCR zur Diagnose eingesetzt werden sollte. Die Therapie
In Abhängigkeit vom Virusgenotyp ist eine ambulante Behandlung des an
einer Hepatitis C leidenden Patienten mit pegyliertem Interferon
(PEG-IFN) und Ribavirin über 24 – 48 Wochen möglich. Kontraindikation
und Nebenwirkungen bei einer Behandlung mit den beiden Wirkstoffen sind
zu beachten. Die Erfolgsaussichten der Therapie sind abhängig vom
Genotyp des Virus (bei Genotyp 1 ca. 50%, bei Typ 2 und 3 bis zu 80%)
und werden darüber hinaus von Alter, Viruslast, Dauer der Erkrankung
und der individuellen Immunlage beeinflusst. Bei einer frischer
Infektion kann eine frühzeitige Interferon Behandlung eine
Viruspersistenz verhindern.
Insbesondere bei HIV-positiven Hepatitis C Patienten sollte wegen der
hier besonders aggressiv verlaufenden Hepatitis C Infektion (u.a.
beschleunigte Entwicklung einer Leberzirrhose) eine
Kombinationsbehandlung gegen beide Erkrankungen angestrebt werden.
Allgemeinmaßnahmen: Wie bei jeder anderen Leberinfektion ist Alkohol in
keinem Fall erlaubt, da dieser das Krankheitsbild wesentlich
verschlechtern kann. Dies gilt auch für
Medikamente, die möglicherweise leberschädigende Wirkung haben. Zur
medizinischen Kontrolle gehören neben allgemeinmedizinischen
Untersuchungen auch die Kontrolle der Leberlaborwerte. Die
Diätvorschriften (insbesondere Alkohol) sollten noch Monate weiter
beachtet werden, um einen späten Rückfall nicht zu riskieren. Auf dem
Gebiet der Therapie von Viruserkrankungen wird derzeit intensiv
geforscht, so dass es sinnvoll ist, Therapiemöglichkeiten und deren
Variationen später immer wieder zu hinterfragen. Vorsicht allerdings
vor Scharlatanerie, besonders auch im Ausland! Chronisch Leberkranke
gehören zur Therapie in die Hand eines entsprechenden Spezialisten.
Impfung / Prophylaxe
Ein Impfstoff gegen Hepatitis C gibt es zur Zeit noch nicht.
Eine medikamentöse prophylaktische Behandlung, falls man sich dem
Risiko einer Infektion - z.B. durch eine unkontrollierte
Blutübertragung - ausgesetzt hat, existiert derzeit ebenfalls nicht.
Bei entsprechender Fragestellung sollten diagnostische Suchtests zur
Antikörperbestimmung in definierten Abständen veranlasst werden, um
eine therapiebedürftige Infektion auszuschließen.
Das Hauptaugenmerk ist somit auf die Prävention einer Infektion zu
legen: * Impfung gegen Hepatitis A und B, die als Ko-Infektionen den
Verlauf einer Hepatitis C deutlich verschlechtern können. * Durch die
Blut-zu-Blut-Übertragung des Erregers: hygienisch einwandfreie
Durchführung von medizinischen invasiven Eingriffen und entsprechender
verantwortungsvoller optimaler Einsatz von Blut und Blutprodukten. *
Kondomgebrauch bei häufig wechselndem Geschlechtsverkehr. In
dauerhaften Partnerschaften sollte wegen der insgesamt doch geringen
Übertragungswahrscheinlichkeit des Hepatitis C Virus eine
diesbezügliche Entscheidung im Einzelfall getroffen werden.
Die Erkrankung und gesicherte Diagnose einer Hepatitis C sind
meldepflichtig.
Die Angaben sind * zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht
und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes * auf längere
Aufenthalte und auf die jeweiligen Hauptstädte zugeschnitten; für
kürzere Reisen und Reisen in andere Gebiete des Landes können
Abweichungen gelten * nicht unabhängig von individuellen Verhältnissen
des Reisenden zu nutzen; vorherige eingehende medizinische Beratung
durch einen Arzt ist unerlässlich * trotz größtmöglicher Bemühungen
nicht unbedingt umfassend, genau und aktuell |