| |
|
|
|
|
|
Die Hepatitis B bei Urlaubsreisen |
Die Hepatitis B bei Fluegen
Die Infektion:
Die Hepatitis B (infektiöse Gelbsucht vom Virustyp B) ist, wie die
Hepatitis A, eine weltweit, besonders in den Tropen verbreitete
Virusinfektion der Leber. Einige Ähnlichkeiten zu Hepatitis A bestehen,
jedoch finden sich für den Patienten auch ganz wesentliche
Unterschiede. Die Virusinfektion führt zu Funktionseinschränkungen der
Leber, der Gallenfarbstoff kann nicht mehr normal ausgeschieden werden
und wird bei einem Teil der Patienten als Gelbfärbung sichtbar
("Gelbsucht"). Die Infektion erfolgt i.d.R. durch Sexualkontakte, die
Hepatitis B-Infektion gilt deshalb als Geschlechtskrankheit, auch wenn
andere Übertragungswege gelegentlich vorkommen: durch Spritzen,
Kanülen, Bluttransfusionen oder unter der Geburt. Auch intensiver
sozialer Kontakt (über Jahre), wie z.B. Mutter/Kind-Beziehung soll eine
Infektion möglich machen. Der genaue Weg dieser Ansteckung ist nicht
klar.
Das Krankheitsbild:
Die Erkrankung verläuft relativ oft unbemerkt. Neben der Gelbfärbung
der Haut und vielen Allgemeinsymptomen incl. Kreislaufproblemen,
Übelkeit, Durchfall, allgemeine Schwäche oder auch psychische
Reaktionen gibt es bei der Hepatitis B auch seltene, hochgefährlich
verlaufende akute Erkrankungen:
- in bis zu 1 % der Fälle eine Hepatitis B-Infektion verstirbt der
Erkrankte in der akuten Phase.
Dies, sowie die Tatsache, daß bis zu 10 % der Erkrankungen in eine
chronische Lebererkrankung münden, unterscheidet die Hepatitis B in
ihrer Gefährlichkeit deutlich von der Hepatitis A.
Für Säuglinge und Kleinkinder gilt:
-Übergänge in eine chronische Lebererkrankung bis zu 90 % und damit
eine erhebliche Einschränkung der Lebenserwartung sind hier sehr
häufig!
Auch aus diesem Grund werden seit wenigen Jahren alle Säuglinge in
Deutschland gegen Hepatitis B geimpft. Dies hat auch deshalb einen
besonderen Wert, weil die chronische Hepatitis B-Infektion als
"Präkanzerose" (krebsauslösend) für Leberkrebs gilt. Dies spielt in
vielen tropischen Ländern eine sehr wichtige Rolle, da dort wegen der
hohen Hepatitis B-Durchseuchung (bis zu 80 % der Bevölkerung) der
Leberkrebs häufig vorkommt.
Die Diagnose:
Zur Untersuchung bei Verdacht auf Hepatitis B gehören, falls möglich:
- ärztliche Untersuchung, Fieber messen, Urinfarbe (dunkel?),
Stuhlfarbe (grau-weiß?)
- Ultraschalluntersuchung (Lebergröße?, Leberveränderung?,
Gallensteine?, Gallenstau?)
- Blutlaborwerte: Blutbild, Blutsenkung, Leberwerte (OT, PT, g -GT,
AP),
Malariateste (Blutausstrich/"dicker Tropfen")
Zum Beweis einer Hepatitis B gehören Antikörpernachweise im Blut:
- Anti-HBc, ggf. weitere Antikörperuntersuchungen zur Klärung, ob eine
frische, eine überwundene oder doch eine chronische Infektions
vorliegt.
- Anti-HAV und Anti-HCV, ggf. weitere zum Ausschluß anderer
Virusinfekte der Leber.
Auch spezielle Untersuchungen auf Virusbestandteile im Blut (z.B. PCR =
Polymerase Chaine Reaction) ist später oft sinnvoll. Mit all diesen
Untersuchungen können folgende Situationen geklärt werden:
- Ist der Patient ausreichend gegen Hepatitis B geimpft? (Bestimmung
spezieller Antiköper: Anti-HBs)
- In welchem Stadium befindet sich die Hepatitis B-Erkrankung?
(Anti-HBe, Anti-HBe-IgM, HBc-Antigen)
- Ist der Kranke infektiös? (Bestimmung von Virusbestandteilen im Blut)
Die Therapie:
Eine spezifische Therapie bei diese Viruserkrankung gibt es nicht.
Jedoch können auch hier, wie bei jeder anderen Virusinfektion,
symptomatische Therapien den Patienten ganz wesentlich entlasten
(Pflege, kreislaufstützende Maßnahmen, leichte Diät, Bettruhe und
allgemeine Pflege). Jedenfalls ist Alkohol in keinem Fall erlaubt, da
dieser das Krankheitsbild wesentlich erschweren kann. Dies gilt auch
für Medikamente, die möglicherweise leberschädigende Wirkung haben. Zur
medizinischen Kontrolle gehören neben allgemeinmedizinischen
Untersuchungen auch die Kontrolle der Laborwerte, insbesonde der sogen.
"Leberwerte", die im typischen Fall zunächst hoch sind und dann, je
nach Krankheitsverlauf, zögerlich über Wochen abfallen bis zum
Normalwert. Die Diätvorschriften (insbesondere Alkohol!) sollten noch
Monate weiter beachtet
werden, um einen späten Rückfall nicht zu riskieren. Auf dem Gebiet der
Therapie von Viruserkrankungen wird derzeit intensiv geforscht, so daß
es sinnvoll ist, Therapiemöglichkeiten später immer wieder zu
hinterfragen. Vorsicht allerdings vor Scharlatanerie, besonders auch im
Ausland! Chronisch Leberkranke gehören zur Therapie zu einem
entsprechenden Spezialisten.
Prophylaxe / Impfung:
Eine Prophylaxe gegen Hepatitis B ist möglich:
Allgemein: Da der Infektionsweg auf "Blut-zu-Blutkontakte" beschränkt
ist, ist die allgemeine Prophylaxe ganz wesentlich:
- Sexualpartner, die Hepatitis B-Virus im Blut tragen, sind
hochinfektiös, wesentlich infektiöser als HIV-Infizierte!
- Vorsicht auch bei allen hygienisch nicht einwandfreien medizinischen
Eingriffen.
Impfung: Seit etwa 10 Jahren sind in Deutschland zwei gute,
gentechnologisch hergestellte Impfstoffe zugelassen von der Firma
SmithKline Beecham und von der Firma Aventis Pasteur MSD. Beide haben
- im wesentlichen das gleiche Impfschema: Tag 0, nach etwa 4 - 6 Wochen
und nach 6 - 12 Monaten jeweils eine Injektion und
- gleiches Ansprechen der Impfung bei Patienten (meßbare
Antikörperbildung nach der Impfung liegt bei ca. 95 %).
Dies kann durch Bestimmung des sogen. Anti-HBs-Antikörpers im Blut
festgestellt werden, der Schutz für 10 Jahre gibt, wenn er 6 Wochen
nach der letzten (3.) Injektion einen Blutspiegel von über 100 IU/l
erreicht. Die Impfstoffe werden gut vertragen. Für sogen.
"Impfversager" gilt: jeweils eine weitere Impfdosis und Nachmessen des
Impferfolges (s.o.) bis dieser eintritt.
Der kürzlich in Deutschland zugelassene Kombinationsimpfstoff gegen
Hepatitis A und B folgt dem o.a. Impfschema für Hepatitis B. Umgang mit
Hepatitis B-Kranken:
Anders als bei der Hepatitis A ist der normale soziale Umgang mit einem
Hepatitis B-Virusträger oder einem Hepatitis B-Akutkranken nicht sehr
gefährlich:
- normale Hygienevorschriften einhalten
- intensive Kontakte, auf jeden Fall aber sexuelle Kontakte ganz meiden
- Impfschutz für die Kontaktpersonen durch Impfung aufbauen und
Beratung durch einen entsprechend kundigen Spezialisten (z.B.
Gastroenterologe/Hepatologen) zu Lebensführung und Kontakten
Im übrigen gelten die auch bei Hepatitis A-Kranken wichtigen folgenden
Punkte für die Kontaktpersonen:
- Bei Allgemeinsymptomen der Pflegepersonen (Fieber "Grippe", noch
keine Gelbsucht) bitte selber auch beim Arzt die Leberwerte
kontrollieren lassen.
- Selber keinen Alkohol trinken, da dieser bei einer Infektion die
Erkrankung wesentlich verschlimmern könnte.
Für den Hepatitis B-Erkrankten gilt:
- Schonung, intensive Pflege, Bettwäsche und Wäsche auskochen, strikte
persönliche Hygiene.
- Bis zur weiteren Klärung und Beratung durch einen kundigen Arzt
keinen Sexualverkehr.
- Sofort zu Beginn der Erkrankung bzw. dann, wenn die Verdachtsdiagnose
aufkommt, prüfen, bzw. prüfen lassen, ob eine Impfung oder ein
anderweitiger Schutz medizinisch noch sinnvoll ist. Dies ist mit den
neuen Impfstoffen (s.o.) praktisch immer gegeben, deswegen hier
möglichst keine Zeitverzögerung.
Die Angaben sind * zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht
und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes * auf längere
Aufenthalte und auf die jeweiligen Hauptstädte zugeschnitten; für
kürzere Reisen und Reisen in andere Gebiete des Landes können
Abweichungen gelten * nicht unabhängig von individuellen Verhältnissen
des Reisenden zu nutzen; vorherige eingehende medizinische Beratung
durch einen Arzt ist unerlässlich * trotz größtmöglicher Bemühungen
nicht unbedingt umfassend, genau und aktuell |
|
|
|
|