Home arrow Reisekrankheiten arrow Krankheiten im Ausland arrow Cholera bei Urlaubsreisen  
 
Cholera bei Urlaubsreisen

Cholera bei Urlaubsreisen


Die Cholera ist eine durch Bakterien (Vibrionen) verursachte Infektionskrankheit. Es handelt sich um eine Darmerkrankung, daher werden die Erreger nur mit dem Stuhl oder Erbrochenen ausgeschieden. Sie ist weitverbreitet in Ländern mit mangelnder Hygiene (Fernost, Afrika, Süd- und Mittelamerika). Nur ganz vereinzelt wird die Cholera nach Deutschland importiert. Das Erkrankungsrisiko ist für Normaltouristen und Entsandte äußerst gering. Strikte Einhaltung der Lebensmittel-, Trinkwasser- und Körperhygiene sind die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen. Die Infektion: Sie erfolgt über Essen und Trinken und anderes Verhalten, bei dem die Bakterien in den Mund und den Verdauungskanal gelangen können. Die Erreger stammen - von einem chronischen (aber subjektiv gesunden) Dauerausscheider, oder - aus entsprechend verschmutztem Wasser bzw. Lebensmitteln, oder - infiziertem Stuhl von Kranken (u. a. von Fliegen übertragen). Das Krankheitsbild: Es ist gekennzeichnet durch: Brechdurchfall und Bauchschmerzen. Die volumenreichen, häufigen, unkontrollierbar abgehenden Stühle sind durch Schleimbeimengungen "reis-wasserfarben" und geruchlos. Vereinzelt tritt auch ein heftiger Brechreiz auf. Der Patient ist durch den rasanten Flüssigkeits- und Salzverlust gefährdet. Die Diagnose: Sie wird durch ärztliche Untersuchung gestellt und durch die Stuhluntersuchung bewiesen. Der typische Stuhl des Erkrankten ist "reiswasserartig". Die Therapie: Die Behandlung besteht in erster Linie im Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten (Salzen), ggf. werden zusätzlich vom Arzt Antibiotika gegeben. Diese sind aber nicht das Wichtigste, da der Patient durch die Symptome (Salz- und Wasserverlust s. o.) und nicht direkt durch die Bakterien bedroht ist. Antibiotikaresistenzen nehmen in den letzten Jahren deutlich zu. Schutz gegen Cholera: Die Impfung, auch die neuere Schluckimpfung, die in Deutschland auch noch nicht zugelassen ist, haben sich als im wesentlichen zu unzuverlässig herausgestellt und werden auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht allgemein empfohlen. An neueren Impfstoffen wird noch gearbeitet, sie sind noch nicht verfügbar. Der einzig wirksame aber auch sehr effektive Schutz besteht im Vermeiden von Erregerkontakt. Dies erreicht man durch strikte Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene (Wichtigste Vorbeugemaßnahme: "Cook it, peel it or leave it"!). Nie (!) Wasser unabgekocht trinken. Öffentliche Schwimmbäder und das Baden in Lagunen sollte vermieden werden, da das Wasser relativ oft Cholera-Bakterien enthält und unbewußt vom Schwimmer aufgenommen wird. Die Impfung: Ergänzend zu den Prophylaxeregeln (s. Kasten) wird eine Impfprophylaxe nur dann durchgeführt, wenn eine Nachweispflicht bei Einreise oder Transit besteht oder dann, wenn individuell ein extremes Expositionsrisiko kaum zu vermeiden ist (wie z.B. bei der Flüchtlingshilfe). Cholera-Schluckimpfstoff ist gegenüber dem herkömmlichen Choleraimpfstoff (Totimpfstoff) besser verträglich und schützt etwas besser. Nach einer Einmaldosis tritt die Schutzwirkung nach 8 Tagen ein und hält ca. 1/2 Jahr an. Nebenwirkung: vorübergehend Durchfall, in Einzelfällen Übelkeit und Bauchschmerzen. Gegenanzeige: akute Erkrankungen; Allergie gegen Bestandteile des Impfstoffs; angeborene und erworbene Immunschwäche; gleichzeitige Einnahme bestimmter Medikament, z. B. Immunsuppressiva (Cortison), Antibiotika, Antimalariamittel; Schwangerschaft; Kinder unter 2 Jahren Hinweis: ð Kühlkette beachten (2° bis 8°C) - Impfstoff nicht in Milch, Fruchtsaft oder kohlensäurehaltigen Getränken auflösen - Malariaprophylaxe erst 7 Tage nach Einnahme des Schluckimpfstoffs beginnen - Impfabstand zu anderen Lebendimpfungen beachten: nach abgeschlossener Typhus-Schluckimpfung kann frühestens 3 Tage später mit Cholera-Schluckimpfstoff begonnen werden. Der Choleraimpfstoff, auch mit dem neuen Schluckimpfstoff, ersetzt keinesfalls die hygienischen Vorbeugemaßnahmen. Eine prophylaktische Einnahme von Antibiotika soll unterbleiben. Wer in den Tropen diese Regeln beachtet, kann auch dort kaum an Cholera erkranken. C h o l e r a r e g e l n 1. Nur abgekochtes Wasser oder sicher saubere Getränke (frisch gekochten Tee oder Kaffee) 2. Eiswürfel nur, wenn sie auch sicher mit sauberem Wasser hergestellt wurden 3. alle ungekochten Nahrungsmittel wie z. B. rohe Milch und Molkereiprodukte (Eiscreme, Joghurt etc.) vermeiden 4. Fisch und Fleisch nur gut durchgekocht genießen 5. auf keinen Fall Meeresfrüche (Muscheln, Krabben etc.), da sie sehr oft Cholerabakterien (sowie Hepatitis A-Viren) enthalten. 6. Obst und Gemüse nur geschält und/oder gekocht 7. Von Straßenverkäufern nur frisch Fritiertes. Obst aus Straßenverkäufen enthält oft nachträglich eingespritzes Schmutzwasser, damit es optisch gut wirkt (pralle Früchte) 8. Küchenhygiene und persönliche Hygiene (Hände!!!) beachten 9. Bekämpfung von Fliegen. Fliegendraht bzw. Fliegengitter an den Fenstern, besonders der Küche Die Angaben sind * zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes * auf längere Aufenthalte und auf die jeweiligen Hauptstädte zugeschnitten; für kürzere Reisen und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten * nicht unabhängig von individuellen Verhältnissen des Reisenden zu nutzen; vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt ist unerlässlich * trotz größtmöglicher Bemühungen nicht unbedingt umfassend, genau und aktuell
< zurück   weiter >
 
Top!
Top!