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Die Lyme Disease (Borreliose) wird hervorgerufen durch ein Bakterium ("borrelia burgdorferi"). Das Bakterium gehört zur Familie der Schraubenbakterien, ist ähnlich aufgebaut wie auch der Erreger der Syphilis, wird aber anders übertragen und löst auch eine andere Erkrankung aus. Die Lyme'sche Erkrankung ist gekennzeichnet durch einheitliche Herkunft der Erreger bzw. einheitliche Übertragungswege (Zecken), mehrere Stadien und einem in vielen Fällen chronischen Verlauf bis hin zur Nerven- und Gehirnbeteiligung, wenn nicht behandelt wurde.
Die Infektion:
Die Infektion erfolgt durch den Biß der Überträgerzecken. Nachdem die Erkrankung erst in den frühen 80er Jahren in Nordamerika entdeckt wurde, wurden in relativ kurzer Zeit die wesentlichen Fakten geklärt: mit dem Biß der Zecke werden die Borrelien (Bakterien) auf den Menschen übertragen. Die Zecken sind in Deutschland z.T. bis zu 30 % infiziert, in einzelnen Gegenden noch darüber. Je länger die Zecke festverbissen bleibt, desto höher ist das Risiko einer Infektion. Jede Zecke soll deshalb sofort entfernt werden, z.B. Pinzette! Nicht mit Öl, weil die Zecke in Luftnot noch Erreger überträgt.
Das Krankheitsbild:
Wird die Hautveränderung (s.u. "Diagnose") nicht behandelt, so kann die Erkrankung nach Monaten bis Jahren zu Gelenkentzündungen an verschiedenen Gelenken des Körpers führen und schließlich weiter fortschreiten. Die Bakterien befallen dann auch Nervengewebe und es kommt möglicherweise zu Nerven- und Gehirnstörungen bis hin zu psychiatrischen Erkrankungen, Intelligenzverlust, Lähmungen etc. Auch wenn ein größerer Anteil der Patienten diesen fortschreitenden Verlauf nicht aufweist, ist es doch absolut notwendig, frühzeitig und richtig zu therapieren, um schlimme Folgeschäden jedenfalls zu vermeiden.
Die Diagnose:
Sie ergibt sich in hoher Sicherheit schon aus der Krankengeschichte (Zeckenbiß) und der typischen Hautveränderung: an der Bißstelle entwickelt sich beim Menschen zunächst - wie bei jedem Zeckenbiß - eine kleine rote entzündete Stelle, die in der Folge dann innerhalb weniger Wochen einen vorschreitenden rötlichen Randsaum in der Haut ausbildet, der i.d.R. ohne Juckreiz, aber auch für den Laien gut sichtbar ist. Die Diagnose ist gelegentlich aus dem zumeist positiven Antikörperbefund im Blut möglich.
Die Therapie:
Eine Therapie mit Antibiotika durch den Arzt ist in dieser Phase notwendig und wichtig, um ein Fortschreiten der Erkrankung in schlimmere Stadien bzw. andere Organe verhindern. Eine Antikörperuntersuchung kann häufig helfen die Diagnose zu sichern. Eine zu spät eingeleitete Diagnose (d.h. im Stadium der Gelenk- oder sogar Nervenbeteiligung) kann in vielen Fällen keine Heilung bringen. Deshalb ist Früherkennung und Frühtherapie so wichtig.
Die Borreliose (Lyme Disease) wird häufig von Laien verwechselt mit einer anderen, durch Zecken übertragenen Erkrankung - der Frühsommer-Meningo-Encephalitis (FSME):
Während man gegen die Borreliose (Lyme Disease) keine Impfung kennt, ist eine Impfung gegen FSME möglich. Diese Impfung sollte aber beschränkt werden auf diejenigen Personen, die tatsächlich ein Risiko für Zeckenbisse haben, weil die Impfung auch Nebenwirkungen aufweisen kann. Dies sind in erster Linie all diejenigen Personen, die in freier Natur oder im Garten in Berührung mit längeren Grasbüschen oder halbhohem Gestrüpp kommen, wie z.B. Jogger, Reiter, Jäger, Gärtner etc. Weiterhin muß für eine derartige Impfung gegen FSME klar sein, ob diese überhaupt in dem fraglichen Gebiet vorkommt. Ein Schwerpunkt des Vorkommens von FSME sind Süddeutschland und Österreich, aber auch einzelne Herde in Polen, Tschechien, der Slowakei und angrenzenden Ländern, Ländern in Asien, sowie sporadische Vorkommen in den neuen Bundesländern (grenznahe Bereiche) sind beschrieben.
Da gerade bei Kindern oder am Rücken die ersten Hautveränderungen bzw. die Zecke ganz oder einige Tage übersehen werden kann, ist es von großer Bedeutung, dann möglichst frühzeitig und richtig mit den Antibiotika zu behandeln, gegen die die Borrelien sensibel sind.
Die Angaben sind
* zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes
* auf längere Aufenthalte und auf die jeweiligen Hauptstädte zugeschnitten; für kürzere Reisen und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten
* nicht unabhängig von individuellen Verhältnissen des Reisenden zu nutzen; vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt ist unerlässlich
* trotz größtmöglicher Bemühungen nicht unbedingt umfassend, genau und aktuell |