Flugangst
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Info über die leidige Flugangst
Viele kennen das, bevor sie ins Flugzeug
steigen: ein flaues Gefühl in der Magengegend, schweißnasse
Hände, Herzflattern. Wenn dann auch noch Übelkeit und Durchfall,
Atemnot und Körperzittern, Panik und Schwindelgefühle hinzu
kommen, wird es schon kritisch. Tausenden und Abertausenden
geht es so, wenn sie nur an den Flug denken. Und nicht nur
Ab-und zu-Fliegern, die nur mal so für den Urlaub in die
Lüfte steigen. Nein, auch nicht wenigen Vielfliegern, die
immer wieder aus beruflichen Gründen ins Flugzeug steigen
müssen, sind von Flugangst betroffen, leiden jedes Mal Höllenqualen.
„Das Angstgefühl beim Menschen kann man
nicht abschaffen, es ist uns seit Urzeiten als eine Art
Schutzmechanismus gegeben, aber man kann lernen, mit der
Angst vernünftig umzugehen“, sagt die Berliner Psychotherapeutin
Monica Frye. Seit mehr als 20 Jahren behandelt sie unter
anderem auch Angstpatienten. Jetzt möchte sie auch denen
helfen, die unter dem Phänomen Flugangst leiden. Dazu bietet
sie gemeinsam mit der Chartergesellschaft Spreeflug aus
dem brandenburgischen Fürstenwalde dreitägige Trainingsseminare
zur Flugangstbehandung an. Dabei werden den Seminarteilnehmern
sowohl Techniken zur Angstbewältigung gelehrt und eingeübt
als auch interessante technische Informationen über Flugzeuge
und ihr Verhalten in der Luft gegeben. Am Ende der Veranstaltung
steht ein Rundflug in einem 2motorigen luxuriösen Geschäftsflugzeug
gemeinsam mit einem erfahrenen Berufspiloten und der Psychotherapeutin,
bei der die Seminarteilnehmer ihre Behandlungsfortschritte
testen können.
Im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung
steht die Vermittlung von Methoden zur Angstbewältigung.
Dabei muss niemand der Teilnehmer Sorge haben, auf der Psychologencouch
Platz nehmen oder von den anderen Seminarpartnern sein Privatleben
ausbreiten zu müssen. „Alle Teilnehmer haben dasselbe Problem,
das fördert die gemeinsame Lösung“, sagt die erfahrene Therapeutin.
„Angst entsteht im Kopf, man erwartet sie und denkt daran.
Also muss man lernen, seine Gedanken besser zu kontrollieren.
Ziel ist es nicht, die Angst abzuschaffen, was nicht geht,
sondern auf ein erträgliches Maß zu reduzieren“. Helfen
sollen dabei spezielle Atemtechniken oder die Progressive
Muskelentspannung, die die Teilnehmer bei dem Seminar erlernen.
Dabei stellt sich nicht selten heraus,
dass die Furcht vor dem Fliegen mit anderen Phobien einhergeht.
„Nicht wenige, die unter Flugangst leiden, haben auch eine
ausgeprägte Abneigung gegen Enge, unbekannte Geräusche oder
vor dem Gefühl der Hilflosigkeit oder des Ausgeliefertseins“,
weiß Monica Frye zu berichten. „Insofern hilft das Verhaltenstraining
gegen die Flugangst auch, mit anderen Ängsten und Abneigungen
besser zurecht zu kommen.“
Für ihre Therapie, aber vor allem für das
Training hat sich die Psychologin erfahrene Berufspiloten
an ihre Seite geholt. Sie liefern den technischen und praktischen
Hintergrund und vermitteln den Seminarteilnehmern, was Flugzeugtechnik
kann, wie sie funktioniert, warum sie sicher ist und beweisen,
wie gut handwerklich ausgebildete Piloten sind. Das alles
geschieht unmittelbar vor Ort auf den Berliner Flughäfen
Tempelhof oder Schönefeld, wo die Flugangstseminare stattfinden.
Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung
ist zweifellos der abschließende halbstündige Rundflug mit
einer zweimotorigen und mehrsitzigen Piper. „Wir haben deshalb
ein kleineres Geschäftsflugzeug gewählt, weil die Seminarteilnehmer
den Piloten im wahrsten Sinne des Wortes über die Schulter
schauen und Fragen stellen sollen, was bei einer großen
Passagiermaschine, wo alles hinter verschlossenen Türen
abläuft, nicht machbar ist.“, sagt Monica Frye. So erleben
sie im unmittelbaren Kontakt mit dem Piloten, wie ein Flugzeug
arbeitet, was bei einem Flug alles abläuft und wie professionell
und routiniert die Besatzung in jeweiligen Flugphasen handelt.
Wer auch den Flug aufrecht überstanden
hat, kann sich nach den drei Tagen sicher sein, einen ersten
Schritt zur Überwindung seiner Flugangst getan zu haben.